Sicherheitsschuhe einfach erklärt

Sicherheitsschuhe einfach erklärt

Schutz, Komfort und Normen einfach erklärt

Sicherheitsschuhe sind ein zentraler Bestandteil der persönlichen Schutzausrüstung und spielen in vielen Arbeitsbereichen eine entscheidende Rolle für Sicherheit, Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Ob in der Industrie, im Handwerk oder in der Logistik – die Anforderungen an den richtigen Fußschutz sind hoch und unterscheiden sich je nach Einsatzgebiet deutlich.

In diesem Blogbeitrag widmen wir uns ausschließlich dem Thema Sicherheitsschuhe. Wir erklären die wichtigsten Normen und Schutzklassen, zeigen Unterschiede und Einsatzbereiche auf und gehen darauf ein, warum Komfort und Orthopädie bei Sicherheitsschuhen eine immer größere Rolle spielen.
Berufsschuhe – ihre Eigenschaften, Normen und Einsatzbereiche – behandeln wir gesondert in einem eigenen Beitrag. 👉 Zum Blogbeitrag über Berufsschuhe

Nicht jeder Schuh ist gleich: Berufs- vs. Sicherheitsschuhe

Nicht jeder Arbeitsschuh bietet denselben Schutz. Grundsätzlich wird zwischen Sicherheitsschuhen und Berufsschuhen unterschieden – je nach Gefährdung am Arbeitsplatz.

Sicherheitsschuhe sind Teil der persönlichen Schutzausrüstung (PSA). Sie schützen vor mechanischen und äußeren Einwirkungen wie herabfallenden Gegenständen, spitzen Materialien, Nässe oder rutschigen Böden. Typische Merkmale sind Zehenschutzkappen, durchtrittsichere Sohlen sowie rutschhemmende und antistatische Eigenschaften. Sicherheitsschuhe müssen festgelegte Normen und Schutzklassen erfüllen.

Berufsschuhe zählen nicht zur PSA. Sie werden dort eingesetzt, wo kein erhöhter Fußschutz vorgeschrieben ist. Der Fokus liegt auf Komfort, Rutschhemmung und Hygiene, etwa im Gesundheitswesen, in der Gastronomie oder im Servicebereich. Auch für Berufsschuhe gelten Normen, diese unterscheiden sich jedoch deutlich von jenen für Sicherheitsschuhe.

Da sich dieser Blogbeitrag ausschließlich mit Sicherheitsschuhen beschäftigt, gehen wir auf deren Normen, Schutzklassen und Auswahlkriterien im Detail ein. Informationen zu Berufsschuhen finden Sie in unserem separaten Beitrag:
👉 Zum Blogbeitrag über Berufsschuhe

Normen und Schutzklassen im Überblick

Um Sicherheitsschuhe vergleichbar und zuverlässig einsetzbar zu machen, sind ihre Eigenschaften klar geregelt. Normen und Schutzklassen legen fest, welche Mindestanforderungen ein Sicherheitsschuh erfüllen muss und für welche Einsatzbereiche er geeignet ist.

Die zentrale Grundlage bildet die EN ISO 20345. Diese Norm definiert die grundlegenden Sicherheitsanforderungen an Sicherheitsschuhe, darunter unter anderem eine geprüfte Zehenschutzkappe sowie weitere optionale Schutzeigenschaften. Die frühere Version EN ISO 20345:2011 wurde durch die aktualisierte EN ISO 20345:2022 ersetzt, die zusätzliche Anforderungen und präzisere Prüfverfahren berücksichtigt.

Auf Basis dieser Norm werden Sicherheitsschuhe in Schutzklassen eingeteilt. Diese Klassen – etwa S1, S1P, S2 oder S3 – geben Aufschluss darüber, welche Schutzfunktionen ein Schuh bietet, zum Beispiel:

  • Schutz vor Stoß- und Druckeinwirkung im Zehenbereich

  • Rutschhemmung

  • Durchtrittschutz

  • Beständigkeit gegenüber Feuchtigkeit

  • antistatische Eigenschaften

Die jeweilige Schutzklasse hilft dabei, Sicherheitsschuhe gezielt nach den Gefahren am Arbeitsplatz auszuwählen. Sie ersetzt jedoch keine individuelle Beurteilung des Einsatzbereichs.

Im folgenden Abschnitt finden Sie eine übersichtliche Tabelle aller gängigen Schutzklassen mit ihren wichtigsten Eigenschaften – als Orientierungshilfe für die Auswahl geeigneter Sicherheitsschuhe.

Übersichtstabelle: Sicherheitsklassen im Überblick

Wichtig: Diese Tabelle dient der Orientierung und ersetzt keine individuelle Beratung oder rechtliche Beurteilung der Gefährdungssituation am Arbeitsplatz. Sie stellt die Grund- und Zusatzanforderungen der unterschiedlichen Normen dar.

Wichtiger Hinweis
Diese Tabelle dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine individuelle Beratung oder Gefährdungsbeurteilung. Sie stellt keine rechtliche Beratung dar. Maßgeblich sind stets die Anforderungen am jeweiligen Arbeitsplatz.
Schutzklasse Zehenschutzkappe Rutschhemmung Durchtrittschutz Geschlossener Fersenbereich Antistatisch Kraftstoffbeständige Sohle Energieaufnahme im Fersenbereich Wasserabweisend / kein Wasserdurchtritt Profilierte Laufsohle
SB offener Fersenbereich möglich  kann erfüllt sein
S1 kann erfüllt sein
S1P kann erfüllt sein
S2 kann erfüllt sein

wasserabweisend 

kann wasserdicht sein

S3 kann erfüllt sein

wasserabweisend 

kann wasserdicht sein

S4 kann erfüllt sein wasserdicht
S5 kann erfüllt sein wasserdicht

Legende:

✓ = Eigenschaft vorhanden 

– = nicht Bestandteil der Schutzklasse 
* S4/S5 werden überwiegend bei Gummi- oder Kunststoff-Sicherheitsschuhen eingesetzt.

Bedeutung der primären Eigenschaften

  • Zehenschutzkappe: Schutz vor Stoß- und Druckkraft im Zehenbereich (mind. 200 Joule).

  • Rutschhemmung: Verhindert Ausrutschen auf glatten oder behandelten Böden.

  • Durchtrittsschutz: Schützt die Sohle vor Eindringen spitzer Gegenstände (Nägel, Splitter).

  • Antistatisch: Verhindert elektrostatische Aufladung.

  • Kraftstoffbeständige Sohle: Widerstand gegenüber Ölen, Benzin etc.

  • Energieaufnahme im Fersenbereich: Stoßdämpfung beim Auftreten.

  • Wasserabweisend / Kein Wasserdurchtritt: Schutz gegen Nässe über mind. 60 Minuten. 

  • Wasserdicht: Dauerhafter Schutz gegen Nässe.

 

  • Profilierte Laufsohle: Zusätzliche Traktion, z. B. bei rutschigen Untergründen.

Erklärung der einzelnen Schutzklassen

Die Schutzklasse eines Sicherheitsschuhs gibt an, welche Mindestanforderungen erfüllt werden und für welche Arbeitsumgebungen der Schuh geeignet ist. Entscheidend ist dabei immer die konkrete Gefährdung am Arbeitsplatz.

SB – Basisschutz

Sicherheitsschuhe der Klasse SB erfüllen die Grundanforderungen der Norm.
Sie verfügen über eine geprüfte Zehenschutzkappe, bieten jedoch keine zusätzlichen Schutzfunktionen wie Antistatik oder Energieaufnahme im Fersenbereich.
Einsatzbereich: einfache Tätigkeiten mit geringem Risiko.


S1 – Schutz für trockene Arbeitsbereiche

S1-Sicherheitsschuhe bieten neben der Zehenschutzkappe weitere grundlegende Schutzeigenschaften:

  • geschlossener Fersenbereich

  • antistatische Eigenschaften

  • energieabsorbierender Fersenbereich

  • kraftstoffbeständige Laufsohle

Einsatzbereich: Industrie, Handwerk oder Logistik in trockener Umgebung.


S1P – Zusätzlicher Durchtrittschutz

S1P-Schuhe entsprechen der Schutzklasse S1, verfügen jedoch zusätzlich über einen Durchtrittschutz in der Sohle.
Dieser schützt vor spitzen oder scharfkantigen Gegenständen am Boden.

Einsatzbereich: Lager, Werkstätten, Produktionsbereiche mit Nägeln, Metallsplittern oder ähnlichen Gefahren.


S2 – Schutz vor Feuchtigkeit

S2-Sicherheitsschuhe erfüllen alle Anforderungen der Klasse S1 und bieten zusätzlich Schutz gegen Wasseraufnahme und Wasserdurchtritt des Obermaterials.

Einsatzbereich: Arbeitsplätze mit gelegentlicher Nässe, z. B. Lebensmittelindustrie, Reinigung oder Außenbereiche mit Feuchtbelastung.


S3 – Hoher Rundumschutz

Die Schutzklasse S3 kombiniert die Eigenschaften von S2 mit einem Durchtrittschutz sowie einer profilieren Laufsohle für besseren Halt.
Sie zählt zu den am häufigsten eingesetzten Sicherheitsklassen.

Einsatzbereich: Bauwesen, Handwerk, Industrie, Logistik sowie wechselnde Innen- und Außenbereiche.


S4 – Schutz in nassen Umgebungen

S4-Sicherheitsschuhe bestehen meist aus Gummi oder Kunststoff. Sie sind wasserdicht und erfüllen die grundlegenden Sicherheitsanforderungen inklusive Zehenschutzkappe.

Einsatzbereich: stark nasse Arbeitsumgebungen, z. B. Reinigung, Landwirtschaft oder Lebensmittelverarbeitung.


S5 – Maximaler Schutz bei Nässe

S5-Schuhe entsprechen der Klasse S4, verfügen jedoch zusätzlich über einen Durchtrittschutz und eine profilierte Laufsohle.

Einsatzbereich: extreme Bedingungen mit Nässe, Schlamm oder unebenem Untergrund.

Komfort als wichtige Stütze für gesundes Arbeiten

Sicherheit allein reicht im Arbeitsalltag nicht aus. Ein Sicherheitsschuh muss nicht nur schützen, sondern den Träger auch über viele Stunden hinweg unterstützen. Gerade bei langen Arbeitstagen wirkt sich mangelnder Komfort schnell auf Konzentration, Leistungsfähigkeit und Gesundheit aus.

Ein gut konzipierter Sicherheitsschuh zeichnet sich durch eine passgenaue Form, eine ausgewogene Dämpfung und einen stabilen Sohlenaufbau aus. Diese Faktoren entlasten Füße, Gelenke und Wirbelsäule und helfen, Ermüdungserscheinungen vorzubeugen. Besonders wichtig ist dabei die richtige Balance zwischen Stabilität und Bewegungsfreiheit.

Auch das Innenklima des Schuhs spielt eine entscheidende Rolle. Atmungsaktive Materialien und feuchtigkeitsregulierende Innenfutter sorgen für ein angenehmes Tragegefühl und reduzieren Druckstellen sowie Hautreizungen – ein nicht zu unterschätzender Faktor bei täglicher Nutzung.

Komfort ist zudem eng mit Sicherheit verknüpft: Nur ein Schuh, der gut sitzt und nicht drückt, wird konsequent getragen. Damit leistet ein komfortabler Sicherheitsschuh einen wichtigen Beitrag zu gesundem Arbeiten, geringerer Belastung und langfristiger Zufriedenheit im Berufsalltag.


Orthopädie und orthopädische Einlagen bei Sicherheitsschuhen

Nicht jeder Fuß ist gleich – und genau hier gewinnt das Thema Orthopädie bei Sicherheitsschuhen zunehmend an Bedeutung. Fußfehlstellungen, unterschiedliche Belastungen oder langes Stehen und Gehen können langfristig zu Beschwerden führen, wenn der Schuh nicht ausreichend unterstützt.

Viele moderne Sicherheitsschuhe sind für orthopädische Einlagen geeignet oder zertifiziert. Dabei ist wichtig, dass der Sicherheitsschuh auch mit Einlage weiterhin die Anforderungen der jeweiligen Norm erfüllt. Nur geprüfte, zugelassene Einlagen dürfen in Sicherheitsschuhen verwendet werden, da ansonsten der Versicherungsschutz und die Normkonformität entfallen können.

Orthopädische Einlagen können dabei helfen:

  • die Fußstellung zu korrigieren

  • Druckpunkte zu reduzieren

  • Gelenke und Wirbelsäule zu entlasten

  • Ermüdung und Fehlbelastungen vorzubeugen

Gerade bei bestehenden Beschwerden oder dauerhaft hoher Belastung empfiehlt sich eine individuelle Beratung. In vielen Fällen lassen sich Sicherheitsschuhe gezielt anpassen, ohne auf den notwendigen Schutz zu verzichten.

Orthopädische Lösungen tragen somit nicht nur zum Tragekomfort bei, sondern leisten einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Gesundheit und Leistungsfähigkeit im Arbeitsalltag.

Schlusswort und persönliche Beratung

Die Wahl des richtigen Sicherheitsschuhs sollte niemals dem Zufall überlassen werden. Neben Normen und Schutzklassen spielen Einsatzbereich, Tragekomfort und individuelle Anforderungen eine entscheidende Rolle. Nur ein Sicherheitsschuh, der passend ausgewählt ist, bietet langfristigen Schutz, Komfort und Unterstützung im Arbeitsalltag.

Als KPW legen wir großen Wert auf persönliche und fachkundige Beratung. Sowohl Privatkunden als auch Unternehmen unterstützen wir dabei, die passenden Sicherheitsschuhe für ihre jeweiligen Anforderungen zu finden. Für Firmenkunden bieten wir darüber hinaus Staffelpreise, Sonderkonditionen und individuelle Lösungen, abgestimmt auf Branche, Mitarbeiteranzahl und Einsatzgebiet.

Für eine unkomplizierte Beratung stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

  • Privatkunden erreichen uns am einfachsten per E-Mail oder über unseren Live-Chat.

  • Firmenkunden beraten wir bevorzugt telefonisch oder per E-Mail. Zusätzlich steht unseren Geschäftskunden eine persönliche Beratung durch unseren österreichweiten Außendienst zur Verfügung.

Kontaktmöglichkeiten:

  • Telefon: +43 800 286796

  • E-Mail: office@kp-workwear.com

Gemeinsam finden wir Sicherheitsschuhe, die nicht nur den erforderlichen Schutz erfüllen, sondern auch Komfort und Alltagstauglichkeit bieten. Wir freuen uns darauf, Sie persönlich zu beraten.